Mehr bewegen!

Die Entscheidenden Faktoren für die Gesundheit sind meiner Ansicht nach: Bewegung, (Über)gewicht und Stress bzw. Schlafmangel. Erst danach kommen Rauchen, Ernährung, etc.

Das Problem ist, dass wir Stadtmenschen nicht “artgerecht” leben.

Unser Organismus funktioniert einfach so: Alles was nicht verwendet wird, wird abgebaut. So wie bei einem erblindeten Höhlenfisch, werden auch bei uns Organe degeneriert, die wir nicht verwenden. Nur blöd, wenn wir sie dann ab- und zu doch mal verwenden wollen.

Krafttraining

Krafttraining ist nur was für das Solarium-Proletariat. Wir feinsinnigen, intellektuellen Schreibtischtäter haben so etwas doch nicht nötig! Oder? Ein Problem unseres Lebensstils ist nicht nur der Bewegungsmangel, sondern vor allem auch der fehlende Bewegungswiederstand. Die Astronauten auf der ISS müssen jeden Tag 2 Stunden trainieren, und dass obwohl ein Astronaut dort pro Tag viele Millionen Euro kostet – nicht ohne Grund. Ohne Bewegungswiederstand verkümmern nicht nur die Muskeln, sondern auch die Sehnen, die Gelenkknorpel und sogar die Knochen selbst.

Das gilt auch für uns Büro-Astronauten, auch wenn auf der Erde bereits 2 Stunden pro Woche ausreichen können um gesund zu bleiben.

Paradoxerweise vermeidet man Gelenkverschleiß (Arthrose) nicht durch Schonung, sondern duch Gelenkbelastung. Das liegt daran, dass die Knorpelzellen auf Druck reagieren und dann Knorpelgewebe aufbauen. Ohne Druck wird das Knorpelgewebe immer weniger.

Mit den Knochen und Sehnen funktioniert es im Prinzip genauso. Dabei ist aber die richtige Intensität und Regelmäßigkeit sehr wichtig. Was nicht geht ist nach einem Monat geringer Belastung auf einmal 50kg hochzuheben. Damit macht man seine Gelenke stattdesssen kaputt.

Ich möchte also euch allen ans Herz legen mit Gewichten zu trainieren, auch wenns nicht ums Aussehen geht. Ich bin z.B. seit fast einem Jahr bei Kieser und ganz zufrieden, obwohl es recht teuer ist. Ich habe eine gute Beratung und einen straffen Trainingsplan mit regelmäßigen Kontrollterminen bekommen. Aber mit Gewichten zuhause oder einem Billig-Studio kann man auch viel erreichen.

Ausdauertraining

Was für Knochen und Gelenke gilt, gilt genauso für unser Herz-Kreislauf-System. Man sollte mehrmals pro woche zumindest für 30 Minuten so richtig ins Schwitzen kommen und seinen Puls hochtreiben, wenn man vermeiden will, dass einen das Herz vorzeitig im Stich läßt.

Beispiele:

  • Laufen
    • Gartenarbeit
    • Kampfsport
    • Wandern (Berge)
    • Klettern
    • Tanzen

Movitation

Manchmal muss man einfach so lange herumprobieren, bis man etwas gefunden hat, was einem wirklich Spaß macht. Das funktioniert besser als sich ständig zu etwas zwingen zu müssen. Wenn Fahrrad fahren keinen Spaß macht – dann vielleicht Skateboard oder Roller-Blades?

Niederschwelligkeit ist wichtig, es bringt nichts sich ein einem Fitness-Studio am anderen Ende der Stadt anzumelden.

Aussehen: Wem seine Schöhnheit wichtig ist, kann sich auch darüber motivieren. Am besten über Fotos den Fortschritt dokumentieren. Oder eine schöne Hose absichtlich zu eng kaufen und immer wieder anprobieren!

Equipment: Manchen hilft es sich so richtig “professionelle” Kleidung, tolle Fahrräder etc. zu kaufen. Wenn es nichts bringt, einfach wieder bei eBay reinsetzen und weiter probieren.

Fazit

Es geht bei der Gesundheit nicht bloß darum so lange wie möglich zu leben. Es ist einfach eine Frage von Lebensqualität sich nicht ab 50 schon Beta-Blocker und Schmerztabletten reinhauen zu müssen. Mit einem fitten Körper fühlt man sich einfach besser (und sieht auch besser aus) – trotzdem investiert man manchmal mehr in die Wohnung oder ins Auto als in seinen eigenen Körper.

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