Timetracking mit Jiffy

Vor einigen Wochen kam mir der Gedanke, dass ich gern besser wissen möchte womit ich denn eigentlich so meine Zeit verbringe. Von den diversen Möglichkeiten, was man alles mit seiner Zeit anstellen kann gibt es grob gesagt ein paar Grundkategorien:

  1. Das Pflichtprogramm – essen, schlafen, Geld verdienen
  2. Dinge die man tut, aber nicht so erstrebenswert findet – prokrastinieren zum Beispiel
  3. Dinge von denen man manchmal träumt, aber irgendwie nie dazu kommt

Erkenntnisse

Um der Sache auf den Grund zu gehen habe ich mir einmal alle 163 Wochenstunden hergenommen und nacheinander das ganze Pflichtprogramm abgezogen – und siehe da: es blieben überraschend viele Stunden übrig! Heißt im Umkehrschluss, dass ich bisher anscheinend all diese Stunden mit Kategorie 2 verbraten habe. Um der Sache auf den Grund zu gehen, habe ich ein bisschen geschaut was es für Android so an Timetracking Apps gibt und bin dann bei Jiffy (Android) hängengeblieben. Seit fast 5 Wochen erfasse ich damit wirklich jede Minute meines Daseins. Jiffy Screenshot Mit überraschenden Ergebnissen: Die meisten der vermuteten Zeitfresser entpuppten sich als völlig unwesentlich. Auf der anderen Seite verbringe ich offensichtlich mit manchen Dingen viel mehr Zeit, als ich mir eingestehen wollte. Es wird auf einmal sehr deutlich woher ich Zeit nehmen könnte, für all die Sachen die ich gerne tun würde aber leider nie dazu komme. Ich habe zum Beispiel letzte Woche 5.5 Stunden mit aufräumen verbracht und nur 1.5 Stunden mit programmieren lernen. Ich bräuchte also nur ein fünftel weniger aufzuräumen um doppelt so viel Zeit zum programmieren zu haben. Da ich viel von zu Hause aus arbeite, weiß ich jetzt auch genauer über meine Arbeitsstunden bescheid.

Bewusstsein

Abgesehen davon, dass ich jetzt besser bescheid weiß darüber wie ich meine Zeit verbracht habe, verbringe ich sie nun auch bewusster. Ich neige jetzt weniger zum Multitasking und nehme mir mehr Zeit am Stück. Ich Frage mich jetzt öfter ob ich das jetzt gerade wirklich tun möchte. Wie beim Geld ausgeben auch überlegt man einfach besser was man tut wenn man es auch protokolliert.

Fazit

Das System hat noch einige Schwächen, so sind die Auswertungen von Jiffy zwar nett, aber nicht besonders übersichtlich. Es gibt allerdings einen CSV Export aus dem ich mir wohl noch eine hübsche Pivot-Auswertung basteln werde. Außerdem vergesse ich oft rechtzeitig einzugeben und wäre ohne meine location history schon öfter auf geschmissen gewesen. Man man von Jiffy bunte NFC Tags kaufen und die dann auf den Schreibtisch, Haustür, etc. kleben um bei Berührung automatisch auf den nächsten Task umzuschalten. Das werde ich definitiv noch ausprobieren und hier davon berichten.

Für alternative Empfehlungen zum Timetracking bin ich immer offen.

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