Mac oder PC? Beides!

Es ist leichter geworden sich einen Mac einfach selbst zu bauen. Und das habe ich soeben getan. Ich mache gerade den Umstieg auf Mac, weil es dort ein größeres Angebot an “Kreativ-Software” gibt, also alles für Viedoschnitt, Audio, Bildbearbeitung etc.

Gebrauchte MacBooks sind mittlerweile erschwinglich. Gerade habe ich ein 2009er MacBook pro (das erste Unibody Modell mit Core2Duo) gekauft. Mit einer SSd und einem neuen Akku werde ich damit sicher noch einige Jahre gut arbeiten können.

Ich wollte aber nicht bloß ein Notebook haben, sondern zusätzlich auch eine schnelle stationäre Maschine. Leider gibt es in dem Bereich von Apple keine attraktive Option. Für einen schnellen Vierkerner muss man schon zum 27″ iMac greifen, da alle anderen Optionen außer dem Mac Pro eher schwach ausgestattet sind.

Meiner sollte deutlich günstiger sein, alle Möglichkeiten zum nachträglichen Upgrade haben und eine sehr hohe Single-Thread Leistung haben.

Hardware Liste

Mainboard, CPU, SSD (muss SATA sein) und Soundkarte sind sorgfältig ausgewählt in Bezug auf OS X Kompatibilität, der Rest ist egal. Besonders freue ich mich über den Monitor. Er hat for 15 Jahren mal 2000€ gekostet und die Bildqualität ist immer noch sehr gut.

  • Monitor Syncmaster 243T – 40€ Kleinanzeigen
    • Gehäuse – 0€ (Vom Schrott 🙂
    • Netzteil beQuiet 400W – 23€ (von eBay)
    • Mainboard Gigabyte GA-Z97M-DS3H – 90€
    • 8GB DDR3 RAM – 30€
    • i3 4670 CPU mit 3,8Ghz – 150€
    • SSD 250GB Samsung 850 Evo – 80€
    • Maus – 0€ (lag herum)
    • Alte iMac Tastatur – 15€ (von eBay)
    • Sabrent USB Soundkarte – 10€
    • OS X 10.6 DVD von Apple (Lizenz!) – 30€

= 428€

Anleitung

Ich hab das natürlich nicht alles selbst geschafft, sondern mir von den Leuten vom Hackintosh Forum helfen lassen. Es gibt viele Methoden einen Hackintosh zu bauen. Dabei geht es immer darum dem Betriebssystem einen echten Mac vorzumogeln. Ich habe Ozmosis verwendet, ein modifiziertes Gigabyte BIOS. Der Vorteil ist, dass man viel Konfigurationsarbeit spart.

  1. Man braucht unbedingt einen echten Mac bzw. schon laufenden Hackintosh zum Start. Und sei es, dass man sich übergangsweise einen gebrauchten besorgt. Für manche Schritte ist einfach OS X erforderlich.
    1. Im Mac App Store EL Capitan herunterladen, die anschließend startende Installation abbrechen.
    2. Während das herunterlädt, aus dem Forum ein für das Board passendes Ozmosis Bios besorgen.
    3. Wenn das orgininale Bios noch nicht aktuell ist, zuerst aktualisieren (Das Ozmosis Bios schreibt sich ggfs. sonst in das Backup-Bios mit rein)
    4. Ozmosis Bios flashen (ganz normal wie ein original Bios)
    5. BIOS-Einstellungen auf die nötigen Settings setzen: SATA-AHCI-Mode : Enabled, — XHCI-Mode : Auto, — XHCI-Hand Off : Enabled, — EHCI-Hand Off : Enabled, — vt-D falls vorhanden : Disabled, — Wake On Lan falls vorhanden : Disabled, — Secure Boot : Disabled (oder Others bei Win8), CPU EIST : Disabled — Internal Processor Graphics : Enabled, — Internal Prozessor Graphics Memory: 32M, — DVMT Total Memory Size : MAX, — Intel Speedstep: Disabled. (Credit) Tipp: Manche Einstellungen, wie vt-D werden im Bios ausgeblendet, wenn die CPU es nicht unterstützt. Außerdem sollte man das Bios nach dem Start mit F2 in den Classic Modus versetzen.
    6. Diskmaker X besorgen, damit unter OS X einen bootfähigen Installations-USB-Stick aus dem heruntergeladenen EL Capitan Installer erstellen (mind. 8GB muss er haben).
    7. Hackintosh mit dem neu erstellten USB-Stick booten (F12), Festplatte partitionieren/formatieren und OS X installieren. Wichtig: USB 2.0 Port verwenden! Die Installation bleibt bei “noch 1 Sekunde” noch 30 min hängen, das ist normal.
    8. OS X startet nun schon normal, fast fertig! Leider gehen Netzwerk- und Soundkarte noch nicht.
    9. Soundkarte installieren ist einfach, Sabrent USB Soundkarte einstecken – fertig.
    10. Netzwerkkarte ist schon schwieriger, man benötigt einen Treiber (Kernel Extension). Für meine Karte hab ich ihn vom Forum bekommen. Kext mit dem Kext Utility installieren, neu starten. Anmerkung: Wollte der Einfachheit halber einen USB Netzwerkadapter verwenden, aber der funktioniert mit dem App Store nicht, weil er nicht als “BuiltIn” erkannt wird. Mit der internen Karte funktioniert der Mac App Store nun.
    11. Fertig (fast 🙂

Für einen perfekten Hackintosh fehlen nun noch ein paar Kleinigkeiten:

  • Powermanagement geht noch nicht richtig, musste automatischen standby in den Settings deaktivieren, weil er manchmal nicht richtig wieder aufwacht.
    • Der Hacktintosh hat noch keine Apple “Identität”, deshalb funktionieren iCloud und iMessage noch nicht.
    • Ich habe noch keinen Bluetooth / Wlan Adapter besorgt, deswegen kann man weder Trackpad & co anschließen, noch Handoff oder AirDrop verwenden.

Für all das gibts Lösungen – ich war bislang nur zu faul dafür 🙂 Eine gute Anleitung gibts hier.

Ausblick

Zusätzlich zu den genannten Feineinstellungen hab ich noch folgendes für die Zukunft auf der Liste:

  • In ein G5 Mac Pro Gehäuse umbauen. Diese Gehäuse gibt es gebraucht schon ab 50€. Mit einem Conversion Kit kann man auf ATX umrüsten.
    • Eine gute Tastatur. Mein Favorit ist von Unicomp. Diese Tastatur steht in der Nachfolge der alten IBM Keyboards und hat “Buckling Spring” Switches. Bei Unicomp gibts passend dazu auch noch farbige Tastenkappen
    • RAM schrittweise auf 32GB nachrüsten
    • Eine schnellere CPU (i7-4790k 4,4Ghz)
    • Eine Grafikkarte um Videoschnitt zu beschleunigen

Kommentar verfassen