Warum ich auf Datenschutz pfeife

Um es gleich klar zustellen: Dabei geht es zunächst nur um mich. Ich finde es sollte jeder darüber entscheiden dürfen welche Daten er an wen weitergibt. Deshalb gibt es auch keine Tracker auf meiner Seite. Ich finde es übrigens auch eine ziemliche Frechheit, dass Geheimdienste sich völlig unbeschränkt am weltweiten Datenstrom bedienen dürfen. Aber wieder zu mir: Warum ist mir mein Datenschutz mittlerweile so egal?

  1. Mir ist es schon oft so ergangen, dass ich Daten, die ich besonders gut schützen wollte am Ende selber verloren habe. Das Passwort zum verschlüsselten Zip-File? So sicher, dass ich es selber vergessen habe. Die Festplatte mit den gesicherten Fotos? Gibt plötzlich keinen Mucks mehr von sich.
  2. Wenn die Geheimdienste ohnehin meine Daten haben, dann will ich sie wenigstens selbst auch nutzen! Das gilt nicht für alle Daten, aber sicherlich für meinen Aufenthaltsort. Daher verwende ich z.B. die Google Maps Timeline.
  3. Ich müsste mir ständig Gedanken machen, wie meine Kontakte mit meinen Daten umgehen (Fotos bei Facebook taggen, Telefonbuch zu Whatsapp hochladen, E-Mail Adresse bei Gmail?).
  4. Ich kann mit meinen Daten Dienstleistungen “kaufen”, die es nichtmal gegen Geld gibt. Google Docs zum Beispiel.
  5. Mein Leben ist zu kurz. Die Wahrscheinlichkeit, dass Jemand meine Daten gegen mich verwendet bevor ich tot bin (oder so alt, dass es auch egal ist), ist so gering, dass ich bereit bin das Risiko einzugehen.

Ich habe das Gefühl, dass die Mehrheit da Ähnlichkeit denkt. Zumindest handelt sie so. Ich finde das sehr bedenklich, obwohl ich selber auch so bin. Ich glaube das ist so wie mit vielen anderen Dingen – wenns einer macht ist es OK, wenns alle machen haben wir ein Problem. Ich glaube, dass es das Verhalten ändert, wenn man sich permanent beobachtet fühlt. So zu tun, als wäre das so komplett neu ist aber auch wieder nicht richtig. Man muss sich nur in ein Mittelalterliches Dorf versetzen. Statt Google und Facebook: Nachbarn und Familie, statt Staat und Geheimdienst: Gott und Kirche, die immer genau wissen was man tut und denkt.

So oder so bleiben die meisten Dinge halt doch irgendwie gleich.

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